Die Telecontrol-Unterstation erfasst die Prozessdaten bei Änderung und überträgt diese über das jeweilige WAN an SINAUT ST7sc. Dort werden die empfangenen SINAUT-Telegramme dekodiert und entsprechend der Projektierung in den ST7sc-Variabelenhaushalt abgelegt. Über das OPC-Server-Interface "Data Access" kann ein OPC-Client diese empfangenen Daten vom ST7sc-Variablenhaushalt lesen. Dies erfolgt entweder synchron oder asynchron.

In umgekehrter Richtung kann der OPC-Client Daten, die an eine Station gesendet werden sollen (z. B. Befehle, Sollwerte, Parameter), über das OPC-Server-Interface auf den ST7sc-Variablenhaushalt schreiben. Diese werden in SINAUT-Datentelegramme gewandelt und über das WAN an die gemäß Projektierung festgelegte Telecontrol-Unterstation gesendet.

Eine Besonderheit des Telecontrol-Systems ist die Eigenschaft, dass Prozessdaten gegen Verlust gesichert werden. Fällt beispielsweise die Verbindung von der Unterstation zur Leitstelle aus, so speichert die Unterstation vor Ort alle während des Ausfalls erfassten Datenänderungen mit Zeitstempel. Dabei können Verbindungsausfälle von mehreren Stunden oder gar mehreren Tagen ohne Datenverlust überbrückt werden. Damit diese in den Unterstationen gespeicherten Daten später auch sicher beim OPC-Client ankommen, enthält ST7sc das "Item-Buffering"-Verfahren, das hilft, Datenverlust auf dem Weg zum OPC-Client zu vermeiden:

Während ST7sc normalerweise pro Item nur eine „Speicherzelle" anlegt, in der immer der letzte Zustand oder Wert des Items bereitgehalten wird, wird bei der Selektion des Item-Buffering-Verfahrens pro Item ein Puffer angelegt, in dem alle Änderungen des betreffenden Items mit Zeitstempel der Reihe nach gespeichert werden. Gespeichert wird solange, bis die einzelnen Änderungen an den OPC-Client übergeben werden konnten.

Das Item-Buffering-Verfahren setzt eine HMI-Applikation voraus, die zeitgestempelte Daten verarbeiten kann, und zwar auch dann noch, wenn der Zeitstempel schon mehrere Tage alt ist, z. B. nach einem längeren Verbindungsausfall.

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Systemkonfiguration mit SINAUT ST7sc

Redundante Anwendung

SINAUT ST7sc erlaubt auch die Anbindung an ein redundantes Client-System. In diesem Fall wären zwei ST7sc-Systeme einzusetzen. Die aus den Stationen empfangenen Daten übergeben sie parallel und unabhängig voneinander an beide Clients und nehmen von diesen Daten entgegen, die an die Unterstationen zu senden sind.

Die Redundanz-Intelligenz liegt hierbei auf Seite des Clients:

Projektierung

Die Projektierung des ST7sc erfolgt mit Hilfe des ST7sc Config-Tool, das im Lieferumfang der ST7sc Software-CD enthalten ist.

Die Dokumentation zu ST7sc und zum Config-Tool befindet sich ebenfalls auf dieser CD.